Seealpentour 2025

 
Um 5 Uhr morgens starteten wir unsere Reise – noch im Dunkeln, während die meisten Menschen schliefen. Kilometer um Kilometer verschlang die Autobahn, die Landschaft zog scheinbar endlos an uns vorbei. Die Anreise war lang, die Stunden auf dem Bock waren fordernd, aber mit jedem Kilometer wuchs die Vorfreude auf das, was vor uns lag.
Erst am Genfer See änderte sich die Szenerie. An seiner Südseite verließen wir die Autobahn und bogen in die Berge ab. Von einem Moment auf den anderen war die eintönige Fahrt vergessen. Kurvenreiche Straßen, beeindruckende Ausblicke und die majestätische Bergwelt machten deutlich: Jetzt begann das eigentliche Abenteuer.
Die Straßen schlängelten sich immer höher hinauf, vorbei an grünen Hängen, kleinen Dörfern und grandiosen Panoramen. Nach fast 700 Kilometern und rund 11 Stunden Fahrzeit hatten wir unser erstes Tagesziel erreicht. Im charmanten Bergort Les Saisies fanden wir ein gemütliches Hotel, das uns nach dem langen Reisetag willkommen hieß.
Erschöpft, aber voller Eindrücke ließen wir den Tag ausklingen. Hinter uns lagen viele Stunden auf der Straße – vor uns warteten die Berge, neue Erlebnisse und unvergessliche Momente. Der erste Tag war geschafft, und das Abenteuer hatte gerade erst begonnen.
 
Am zweiten Tag unserer Tour begann das eigentliche Hochgebirgsabenteuer. Früh am Morgen machten wir uns auf den Weg und tauchten tief in die beeindruckende Bergwelt der französischen Alpen ein. Vor uns lagen einige der höchsten und spektakulärsten Alpenpässe Frankreichs – eine Herausforderung, die sowohl Mensch als auch Material alles abverlangte.
Die Strecke führte über endlose Serpentinen, durch raue Felslandschaften und vorbei an atemberaubenden Panoramen. Hinter jeder Kurve eröffnete sich ein neuer Ausblick auf schneebedeckte Gipfel, grüne Täler und die gewaltige Kulisse der Alpen. Die vielen Anstiege gingen jedoch spürbar an die Kondition. Am Ende des Tages standen beeindruckende 318 Kilometer und fast 8.000 überwundene Höhenmeter auf dem Tourenzähler.
Mit über neun Stunden Fahrzeit war es ein langer, intensiver und zugleich unvergesslicher Tag. Die körperliche Anstrengung wurde jedoch durch die grandiosen Landschaften und das Gefühl, einige der legendärsten Alpenpässe bezwungen zu haben, mehr als belohnt.
Am Abend erreichten wir schließlich Risoul. Dort fanden wir im Hotel Le Chardon Bleu in der Station Risoul 1850 eine wohlverdiente Unterkunft. Müde, aber voller Eindrücke ließen wir den Tag Revue passieren und genossen die Ruhe der Berge – bereit für die nächsten Abenteuer, die noch vor uns lagen.
 
Der dritte Tag unserer Tour begann erneut in den Bergen. Die letzten beeindruckenden Alpenpässe standen auf dem Programm, bevor wir langsam Abschied von den hochalpinen Landschaften nahmen. Noch einmal führten uns die Straßen über kurvenreiche Passstraßen, vorbei an spektakulären Aussichtspunkten und durch die faszinierende Bergwelt, die uns in den vergangenen Tagen begleitet hatte.
Mit jedem Kilometer veränderte sich die Landschaft. Die schroffen Gipfel wichen sanfteren Hügeln, die Temperaturen stiegen, und schon bald war die Nähe zum Mittelmeer spürbar. Die Fahrt führte uns in Richtung Côte d’Azur, wo sich hinter den Bergen die berühmte Küstenregion mit ihrem mediterranen Flair ankündigte.
Kurz vor Nizza verließen wir die französische Küste und bogen nach Italien ab. Die Straßen wurden ruhiger, die Landschaft geprägt von Olivenhainen, Palmen und kleinen, malerischen Dörfern. Nach 338 Kilometern und 8 Stunden 38 Minuten Fahrzeit erreichten wir schließlich unser Tagesziel: das idyllisch gelegene Diano Castello.
Dort bezogen wir unser Quartier im Hotel Torino Wellness & Spa. Nach drei erlebnisreichen Tagen auf den Straßen Europas war die Ankunft ein besonderer Genuss. In entspannter Atmosphäre ließen wir die Erlebnisse des Tages Revue passieren und genossen den ersten Abend an der italienischen Riviera. Hinter uns lagen die höchsten Alpenpässe, vor uns warteten neue Eindrücke, mediterranes Lebensgefühl und weitere unvergessliche Etappen unserer Reise.
 
Am vierten Tag hieß es Abschied nehmen von der italienischen Riviera. Schweren Herzens verließen wir die mediterrane Küste, die uns mit ihrem besonderen Flair, angenehmen Temperaturen und traumhaften Landschaften begeistert hatte. Doch der Weg führte weiter – unser nächstes Ziel lag weit im Norden: der Schwarzwald.
Vor uns lag eine echte Mammutetappe. Die Route führte durch Norditalien und die Schweiz, immer mit dem Ziel vor Augen, die Heimat wieder ein Stück näher zu rücken. Einer der anspruchsvollsten Abschnitte des Tages war die Durchfahrt durch den Gotthardtunnel. Mit dem Motorrad erwies sich diese Passage als alles andere als angenehm. Temperaturen von nahezu 40 Grad, stehende Luft und gefühlt immer weniger Sauerstoff machten die Fahrt durch den endlos wirkenden Tunnel zu einer echten Herausforderung.
Doch Aufgeben war keine Option. Kilometer für Kilometer arbeiteten wir uns weiter nach Norden voran. Die Landschaft wechselte erneut ihr Gesicht: Mediterrane Eindrücke machten Platz für die beeindruckenden Alpenkulissen und später für die bewaldeten Höhenzüge des Schwarzwaldes.
Nach gewaltigen 719 Kilometern und mehr als 10 Stunden Fahrzeit erreichten wir schließlich Baiersbronn. Müde, aber zufrieden über die gemeisterte Strecke, bezogen wir unsere Unterkunft im Hotel Krone. Dann liesen wir den langen Tag in der Flößer-Schänke in entspannter Atmosphäre ausklingen. Hinter uns lag eine der längsten Etappen der gesamten Reise – eine Strecke, die uns körperlich forderte, aber zugleich einmal mehr zeigte, wie abwechslungsreich und beeindruckend eine Tour durch mehrere Länder sein kann.